Story "SELBER schuld"

SELBER schuld

Viel Spaß beim Lesen wünscht
  Randy McCane



"Frau Walter, bitte kommen Sie doch einmal kurz zu mir ins Büro! So gegen 10, wenn Sie das einrichten können!" Komisch, was wollte denn Dr. Reuter von mir? Mit dem Vorsteher hatte ich normalerweise nichts zu tun. Meine Arbeit lief eigentlich nur über den Tisch der nervigen Sachgebietsleiterin, die auch hin und wieder etwas daran auszusetzen hatte. "So können Sie aber dies nicht schreiben, das müssen Sie aber anders formulieren!" Amtsdeutsch war wirklich nicht meine Stärke. In letzter Zeit war die alte Schachtel aber erfreulich ruhig geblieben.

Der Anruf des Chefs brachte mich jedoch ins Grübeln. Beförderung? Kaum. Beurteilung? Schon längst passiert. Versetzung? Nur das nicht, vielleicht wieder in den Grenzdienst, in Klamotten, die eher ein Architekt als ein Schneider entworfen hatte! Der Zeiger der Uhr rückte unbarmherzig auf die 10 vor und es wurde langsam Zeit, ins Hauptgebäude hinüber zu fahren. Die Containertrucker im Hafen konnten einem mit ihren Schrottmühlen wirklich den letzten Nerv rauben. Parkplätze waren Mangelware. Ich flitzte noch kurz in den Waschraum, mich ein wenig anhübschen. Den schwarzen Lederrock zog ich, soweit ich konnte auf die Knie. Dr. Reuter war zwar noch ein relativ junger Mann, aber die Freiheiten, die ich mir im Hinblick auf meine Garderobe in der Abgeschiedenheit meiner Dienststelle heraus nahm, waren in den gestrengen Augen des Chefs vielleicht doch ein wenig fehl am Platz. Der Rand meiner Strümpfe ging ihn nun wirklich nichts an. Zum Glück hatte ich meinen Blazer mitgenommen, der hautenge Body alleine wäre trotz der Hitze das Tüpfelchen auf dem I gewesen.

Je näher ich dem Büro im dritten Stock kam, umso langsamer wurden meine Schritte. Normalerweise erschüttert mich nichts so leicht, aber in solchen Situationen rutscht mir das Herz regelmäßig ins Höschen. Verdammt, meine Absätze mussten in jedem dieser Büros wie Pistolenschüsse klingen. Ich öffnete die Tür zum Vorzimmer. Fräulein Rührig, wie ich sie insgeheim immer nenne, musterte mich wortlos und missbilligend. Nochmals versuchte ich, den Rocksaum tiefer zu ziehen. Zwecklos. "Dr.Reuter? Frau Walter wäre jetzt da!" "Soll reinkommen", vernahm ich eine dunkle, gar nicht einmal so unsympathische Stimme durch die Tür zum Allerheiligsten.

Ich nickte der fleißigen Biene an ihrem Computer höflich zu, dann betrat ich die Höhle des Löwen. Dr. Reuter sah kurz auf, dann legte er seine Akten beiseite und erhob sich. "Frau Walter, schön dass Sie da sind. Kommen Sie bitte hier rüber, wir müssen reden!" Mit einer einladenden Geste bat er mich die Tür zu schließen, dann wies er auf die ausgeblichene Sitzgruppe, die vermutlich schon seit Kriegsende ihr Dasein im öffentlichen Dienst fristete. Der Klang seiner Stimme verhieß nichts Gutes und vorsichtig ließ ich mich auf dem antiken Polstermöbel nieder, immer in der Angst, eine Sprungfeder könnte mich in den Allerwertesten pieken. Mit einem Bündel Vorgängen, die er geräuschvoll auf dem wackligen Tisch platzierte, ließ Dr. Reuter sich gleichfalls, ächzend in seinen Sessel fallen, ohne auf das protestierende Quietschen zu achten. Auch wenn der vollbeladene Tisch zwischen uns stand, zog ich gesittet die Beine an. Offenbar lag Ärger in der Luft. Jetzt nicht auch noch die alte "Basic Instinct" Nummer. Optisch machte der Chef allerdings schon etwas her. Groß, schlank, ausgezeichnet gekleidet. Das Haar gut frisiert und der Bart perfekt gestutzt. Die braun-grauen Augen musterten mich eingehend. In der Gegenwart dieses Dressmans kam ich mir in meinem kurzen Rock und mit den hohen Absätzen plötzlich vor wie eine Bardame.

"Ja also, Frau Walter", suchte Dr. Reuter nach Worten. "Ihre Sachgebietsleiterin hat mich gebeten, mal ein paar Dinge mit Ihnen zu bereden!" Ich hatte es gewusst. Die ganze Zeit war es schon viel zu ruhig gewesen, der Ärger hatte förmlich in der Luft gelegen. Ich bemühte mich, so gelangweilt wie möglich auszusehen. "So, und worum geht es konkret?" "Ihre Verfügungen, ihre Berichte und ihre Bescheide, Frau Walter." "Soweit ich weiß, halten sich die Einsprüche der Beteiligten aber in Grenzen", entgegnete ich vorwitzig. Im Gegensatz zu denen vieler meiner Kollegen gab es an meinen Vorgängen rechtlich nichts zum bemängeln. Was sollte also das Ganze?"

"Hier geht es nicht um Einsprüche, Frau Walter. Es geht um ihren Stil, es geht um Grammatik und es geht auch um ihre Rechtschreibung!" Ich saß da, wie vom Donner gerührt. Zugegebenermaßen ist es schon ein Weilchen her, dass ich in der Schule war, aber ich hielt mein Deutsch eigentlich immer für ausgezeichnet.

"Sehen Sie mal her!" Dr. Reuter knallte eine Mappe auf den Tisch. "Hier: Wie Sie selber mitgeteilt haben..., oder hier: Ihr Unternehmen hat selber dafür gesorgt...Selber! Immer wieder. So geht das nicht, Frau Walter. Frau Schümann-Flint hat völlig Recht. Ihre Bescheide stecken voller Fehler! Von einer Beamtin in Ihrer Position hätte ich das nicht erwartet! Man könnte meinen, Sie hätten in der Schule nicht aufgepasst!"

Das Ganze wurde mir zu dumm. "Was ist bitte daran falsch "selber" zu schreiben?" wollte ich nun betont frech wissen. "Habe ich es vielleicht mit "ä" geschrieben, oder mit zwei "l"?" "Frau Walter, bitte keine Spitzfindigkeiten" Dr. Reuters Tonlage änderte sich in erschreckender Weise. "Sie sollten besser wissen, dass die korrekte Formulierung in solchen Fällen "selbst" lautet. Man schreibt "selbst", Frau Walter, nicht "selber"!"

Mir reichte es. Was glaubte dieser Fatzke denn, wen er vor sich hatte? "Was MAN schreibt, HERR Reuter, ist mir egal. Möglicherweise ist Ihnen entgangen, dass eine Frau vor Ihnen sitzt. Ich jedenfalls schreibe "selbst". War's das?" Wütend stand ich auf und wandte mich zur Tür.

"Ich muss Sie wohl nicht extra darauf aufmerksam machen, dass dieser Ton unangebracht ist, ebenso wie Ihr Verhalten und in ganz besonderem Maße auch Ihre Kleidung, Frau Walter!" Dr. Reuter hatte sich ebenfalls erhoben und schloss die Knöpfe seines Jacketts. "Unsere Unterredung ist noch nicht vorbei, Frau Kollegin, allerdings haben Sie jetzt den weiteren Verlauf festgelegt!"

Sprachlos starrte ich ihn an. "Erstens scheint es Ihnen in erheblichem Maße an Einsicht zu fehlen, zweitens haben Sie offenbar vergessen, wen Sie vor sich haben und drittens, Frau Walter, werde ich jetzt dafür sorgen, dass Sie sich in Zukunft nicht mehr aufführen, wie ein freches, kleines Schulmädchen!"

"Was erlauben Sie sich?", konnte ich gerade noch entgegnen, da packte mich Dr.Reuter schon am Arm und führte mich mit eisernem Griff zu seinem Schreibtisch. "Au, Sie tun mir weh", rief ich empört, aber der Chef ließ nicht locker. Statt dessen presste er mir den Arm schmerzhaft auf den Rücken und drückte mich mit dem Oberkörper auf die mit Akten aller Art bedeckte Tischplatte.

"Wer nicht hören will, muss fühlen" waren seine Worte. Unfähig, mich aus seinem eisernen Griff zu lösen, beobachtete ich, schäumend vor Wut, wie Dr. Reuter mit der anderen Hand über den Tisch langte und ein langes, dünnes Holzlineal ergriff. Mit einem Schlag begriff ich, was er vorhatte. "Aber Sie können doch nicht...", schrie ich ebenso wütend wie verzweifelt. Dr. Reuter lachte nur. Noch immer hielt mich sein Arm wie ein Schraubstock. Dann klemmte sich Dr. Reuter das Lineal zwischen die Zähne. "Jetzt wollen wir doch einmal sehen, was Sie hier immer so schamlos zur Schau stellen, werte Frau Kollegin, oder sollte ich sagen: Allerwerteste?" nuschelte er schwer verständlich. Mir wurde eiskalt! In meiner Empörung hatte ich gar nicht registriert, in welcher Haltung ich hier vor meinem Vorgesetzten lag, aber mit raschem Griff hatte der bereits meinen Blazer ebenso wie den engen Lederrock bis auf meine Hüften geschoben. "Sie Flegel", schrie ich verzweifelt, "lassen Sie mich sofort los!", aber ein leiser, erstaunter Ausruf Dr. Reuters ließ mich verstummen. Plötzlich wünschte ich mir, ich hätte heute morgen irgendein langweiliges Höschen und Strumpfhosen angezogen, nicht diesen verdammten Stringbody und die Halterlosen. Ich schloss die Augen und mochte mir gar nicht ausmalen, welcher Anblick sich Dr. Reuter da bot. Immer heftiger versuchte ich, mich seinem stählernen Griff zu entziehen.

"Wie gesagt, wer nicht hören will, muss fühlen", wiederholte sich mein Chef und dann klatschte das dünne Lineal derartig heftig auf meinen fast nackten Po, dass mir Hören und Sehen verging. Ein lauter Schrei war alles, was ich hervorbrachte, bevor ich langsam wieder zu Atem kam. Hilfesuchend blickte ich zur Tür, aber die dicke Polsterung ließ bestimmt kein Geräusch bis ins Vorzimmer dringen. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass mir Tränen aus den Augen liefen, aber auch Dr. Reuter beeindruckte das überhaupt nicht. Erneut traf mich das Lineal und wieder schossen grelle Blitze in mein Gehirn, gefolgt von einem Schmerz, der in heißen Wellen meinen Körper durchflutete. "So hören Sie doch auf", brüllte ich, "ich entschuldige mich ja auch!", aber der Chef ließ nicht locker. "Zuerst werden Sie lernen, sich zu benehmen, Frau Walter, und dieses Gezappel lassen". Der nächste Schlag folgte. Ich krümmte mich wie ein Wurm. "Dann werden Sie das tun, was ich von einer Beamtin erwarte, nämlich Gehorsam zeigen und vor allem geloben!" Zwei weitere Schläge schienen mich in der Höhe meines Hinterteiles zu zerschneiden. "Und dann, Frau Walter, dann erst werden Sie sich entschuldigen!" Klatsch! Ich fühlte, dass meine Knie, die schon weich geworden waren, nun vollends nachzugeben drohten. "Ach ja!". "Bedanken dürfen Sie sich natürlich auch noch!"

Mit dem zehnten oder elften Hieb gab ich meinen Widerstand auf. Es hatte ja doch keinen Zweck. Mein Po brannte zwar wie Feuer, aber ich wusste, dass der Mann hinter mir nicht nachlassen würde. Als ich mich vornüber auf den Schreibtisch fallen ließ, spürte ich, wie Dr. Reuter seinen Griff lockerte. Ich musste mich zwar an den Kanten des Tisches festhalten, aber es gelang mir, mich zu beherrschen und einigermaßen still zu halten. "Sehr schön, die erste Lektion sitzt!" Wieder klatschte das Lineal auf meinen glühenden Po und dieses Mal hatte ich begriffen. "Ich gelobe Gehorsam!" stieß ich zwischen zusammen gebissenen Zähnen hervor. "Sehr gut", freute sich Dr. Reuter, "aber ich erwarte doch ein wenig mehr!" Dieses Mal kein Schlag. So ein Sadist, dachte ich, jetzt lässt er sich auch noch Zeit! Jetzt folgte endlich der Schlag, auf den ich schon gewartet hatte. Gewartet? Ich hatte keine Zeit, den Schmerz zu verarbeiten, so tief war das Loch, in welches ich plötzlich zu fallen schien. Die Rettung kam in Form eines besonders heftigen Hiebes, der mich bis ins Mark traf und ich bäumte mich auf. "So ist es richtig!", meinte Dr. Reuter zufrieden und endlich begriff ich! Gehorsam reckte ich mein schon so übel zugerichtetes Hinterteil seinem Lineal entgegen. Irgendwann hörte ich auf, mitzuzählen. Der Schmerz und die alles verzehrende Hitze, welche ich plötzlich verspürte, drohten wie Wellen über mir zusammenzuschlagen.

Ich wusste, dass die Entschuldigung noch ausstand, aber ich hatte nicht die Kraft, Dr. Reuter darum zu bitten. Noch nicht! Erst musste ich dieses wunderbare Gefühl von Schmerz und Gehorsam weiter auskosten und ich konnte mich wirklich nicht beklagen. Dr. Reuter bewies alle Tugenden des deutschen Beamtenstandes: Pflichteifer, Gründlichkeit und Präzision. Erst als ich merkte, dass ich kurz davor stand, auf dem Schreibtisch meines Chefs zum Höhepunkt zu kommen, gelang es mir, einige heisere Worte des Bedauerns zu keuchen.

Dr. Reuter hielt inne. Jetzt erst fiel die Spannung fast ebenso schmerzhaft von mir ab, wie ich meine Strafe anfangs empfunden hatte. Mühsam richtete ich mich auf und wischte mir die Tränen aus den Augen.

"Nun?" Dr. Reuter schien auf etwas zu warten. "Danke, Herr Dr. Reuter", murmelte ich, errötend wie ein kleines Mädchen. "Gern geschehen", waren die Worte, die mir das Blut erstaunlicherweise wieder in den Kopf schießen ließen, dieses Mal aber vor Stolz.

Der Vorsteher nahm wieder hinter seinem Schreibtisch Platz, während ich ungeschickt meinen Rock wieder glatt zog. Verlegen griff ich mir in die Haare, die mir bei meinem wilden Gestrampel ins Gesicht gefallen waren. Vorsichtig fasste ich mir an mein Hinterteil. Das Höschen, welches ich mir eben noch so sehnsüchtig wünschte, hätte bestimmt nicht mehr darüber gepasst. Beim Gedanken an die Rückfahrt wurde mir beinahe schwarz vor Augen. Das Lineal hatte deutliche Spuren hinterlassen. Wie ein Waschbrett, schoss es mir durch den Kopf. Wie gerne hätte ich mir jetzt unter den Rock gefasst, um die heiße Haut mit eigenen Fingern zu fühlen! Außerdem hatte sich meine Erregung zwar gelegt, sie war aber noch lange nicht erloschen. Auch ohne die Finger zu benutzen konnte ich das zwischen meinen Beinen, wo der schmale Body tief in meinen Schritt schnitt, deutlich spüren. Ich konnte mich kaum noch beherrschen und sehnte mich danach, das Versäumte in meinem Büro endlich nachzuholen. Ein Räuspern ließ mich erschrocken zusammen fahren.

"Das wäre dann alles, Frau Walter!" Dr. Reuter nickte freundlich, als wäre nichts geschehen. "Sie können gehen. Ich hoffe, Sie haben Ihre Lektion gelernt!" "Jawohl, Herr Dr. Reuter!" beeilte ich mich, zu versichern. Der Chef sah mich an und sein Blick schien mich zu durchbohren. "Wir können wir diese Aussprache selbstverständlich auch gerne einmal wiederholen! Falls Sie Wert darauf legen, was ich mir aber nicht vorstellen kann. Oder etwa doch?" Obwohl die Frage natürlich nur rhetorisch gemeint war, musste ich eine ganze Weile überlegen, bevor ich endlich...

...nickte.